über die Grenzen … Die Frankfurter Ortseingangsstelen

… nein, es handelt sich nicht um exakt eingemessene Grenzsteine, schon gar nicht um historische …, sondern um Stelen mit dem Frankfurter Stadtwappen, die vor 40 Jahren an einigen Haupteinfallstraßen nach Frankfurt in der Nähe der betreffenden Grenzlinie auf Frankfurter Grund errichtet wurden. Dennoch sind sie von Bedeutung und “setzen Zeichen”.

Wer beispielsweise von Bad Vilbel eine solche Hauptstraße direkt nach Frankfurt nutzt, kennt diese Stelen in Obeliskform am Fahrbahnrand.

Weil wir als Ansprechpartner für historische Grenzsteine inzwischen häufig nach diesen “Grenzsteinen” gefragt werden, von denen alleine zwei im Bereich der Grenze von Bad Vilbel Richtung Frankfurt stehen, stellen wir in Ermangelung einer bestehenden Darstellung hier erstmals Informationen zu Entstehung, Bedeutung und Bestand zusammen.

Dafür sind die Mitglieder der AG HISTORISCHE GRENZSTEINE BAD VILBEL ausgeschwärmt *) oder konnten durch Recherche und auch mit Hilfe von google street view bislang neun Stelen feststellen. Auf zwei davon hat uns Clara Hartmann, Erzhausen (Expertin für Distanzsteine) hingewiesen. Alle Stelen sind an den nordöstlichen Einfallsstraßen nach Frankfurt / M. zu finden:

Sieben davon hier vorab in einer Kollage:

DIE GESCHICHTE:
Vor über 40 Jahren, am 26. November 1980, wurde die erste dieser Grenzstelen  auf Veranlassung und im Beisein von Baudezernent Dr. Hans-Erhard Haverkampf an der Grenzlinie Deutschherrenufer / Stadtgrenze zu Offenbach gesetzt. Es war der Start, 25 solcher Stelen aus Rotsandstein an den frequentiertesten Einfallstraßen in das Frankfurter Stadtgebiet aufzustellen (1) und damit bislang aus Holz gefertigte Tafeln durch diese dauerhaft beständige Lösung zu ersetzen. Warum diese Idee nicht vollständig rund um Frankfurt realisiert wurde, sondern sich auf die nordöstliche Grenze beschränkte, das ist noch zu klären.

Diese vermeintlichen „Grenzsteine“ sind keine Grenzsteine zur exakten Markierung eines Grenzverlaufes, sondern ein dekorativ gearbeitetes und in Grenznähe aufgestelltes Symbol für alle, die die Grenze hinein in das Frankfurt Stadtgebiet passierenden.


KENNZAHLEN:

Inschrift: (ausschließlich auf der Frankfurt abgewandten Seite):

Stadtwappen

„FRANKFURT
AM MAIN“

Maße: 160 cm Gesamthöhe mit Sockel (Details siehe Skizze)
Datierung: 1980
Ausführung: in Form eines Obelisken mit pyramidenförmigem Abschluss
Material: Rotsandstein
Anzahl: 9 Exemplare derzeit bekannt
Standorte: siehe Übersicht


DIE STANDORTE IN BILDERN (im Uhrzeigersinn Nord – Ost – Süd)

BAD HOMBURG – Ober-Eschbach    Frankfurt / M. – Nieder-Eschbach (L 3003 / unter derBrücke)


BAD HOMBURG – Ober-Erlenbach    Frankfurt / M. – Nieder-Erlenbach (Vilbeler Str. / L 3008)


BAD VILBEL – Massenheim    Frankfurt / M. – Nieder-Erlenbach (L 3008)


BAD VILBEL – Heilsberg   Frankfurt / M. – Seckbach (B 521)


MAINTAL-Bischofsheim    Frankfurt / M. – Fechenheim (Wilhelmsbader Weg)


MAINTAL    Frankfurt / M. – Fechenheim (Hanauer Landstr. / B 8)


OFFENBACH    Frankfurt / M. – Fechenheim (Carl – Ulrich – Brücke)


OFFENBACH    Frankfurt / M. – Sachsenhausen (Gerbermühlstr. / B 43)


OFFENBACH    Frankfurt / M. – Sachsenhausen (Babenhäuser Landstr. / B 3)

In der folgenden Karte sind alle Stelen mit  GPS-Koordinaten verzeichnet:

Wir freuen uns über weitere Meldungen von noch nicht “wiederentdeckten” Frankfurter Ortseingangsstelen.

 


1) Institut für Stadtgeschichte – Chronik 1980

Wir danken Clara Hartmann, Erzhausen sehr herzlich für die Meldung weiterer Stelen am 3.5.2024 und Dr. Wilhelm Ott, Dreieich für Fotos mitten aus dem Verkehrsgeschehen.

*) Es ist für uns selbstverständlich, dass die Mitglieder der AG Historische Grenzsteine Bad Vilbel im Rahmen ihrer Erkundungen einzelne dieser Stelen gleich gereinigt oder von Bewuchs freigeschnitten haben. Vielen Dank dafür!

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